Ich merke, dass ich diese Jahreszeit besonders genieße. Nicht, weil ich dann plötzlich kreativer bin – das bin ich das ganze Jahr. Aber wenn draußen der Regen leise gegen die Fensterscheiben klopft, nehme ich mir einfach gern ein bisschen mehr Zeit. Mehr Zeit für ein paar mehr Reihen an einem Häkelprojekt, für ein Traumbild, das langsam mit jedem Pinselstrich Gestalt annimmt, für die Erzählung des Traums, der schon eine Weile in meinem Kopf spazieren geht, oder einfach für ein paar Gedanken, die ihren Weg aufs Papier finden.
Und in meiner Küche zieht wieder der Duft von Zimt, Kardamom und Vanille ein. Ich stöbere durch meine Rezeptsammlung und entdecke Lieblingsrezepte wieder, die den Sommer über eine kleine Pause gemacht haben. Manchmal frage ich mich, warum ein einfacher Pudding an einem grauen Herbstnachmittag plötzlich doppelt so gut schmeckt, wenn er noch warm ist. Vielleicht hat der Herbst ja doch ein kleines Geheimnis.
Genau diese Mischung macht den Herbst für mich so besonders. Er wird nicht laut und drängt sich nicht in den Vordergrund. Er schenkt mir einfach diese kleinen, gemütlichen Momente, in denen ich das tun kann, was ich ohnehin liebe – nur mit einer Extraportion Wärme, Ruhe und einer Prise Zimt.