Halloween und Samhain markieren den Übergang in die dunkle Jahreszeit. Zwischen Kürbissen, Kerzen, alten Geschichten und süßem Grusel geht es um Bräuche, Ursprünge und die besondere Stimmung rund um Halloween.

Halloween & Samhain – zwischen Kürbissen, Hexen und der Anderswelt


Kaum ist der Sommer vorbei, geht es los.

In den Geschäften tauchen die ersten Kürbisse auf, daneben stapeln sich Süßigkeiten, Spinnen krabbeln plötzlich über Dekorationen und irgendwo hängt garantiert eine Hexe von der Decke. Halloween kündigt sich an – und das inzwischen lange bevor draußen überhaupt jemand über kalte Füße nachdenkt.

Man kann davon halten, was man möchte. Aber eines muss man Halloween lassen: Langweilig ist es nicht.

Denn hinter Kürbislaternen, Hexenhüten und „Süßes oder Saures!“ steckt eine ziemlich alte Geschichte. Und wenn wir dieser Geschichte folgen, landen wir bei Samhain.

Und da wird es interessant...

Samhain - der Ursprung

Samhain – wenn die dunkle Hälfte des Jahres beginnt

Samhain markierte das Ende der Erntezeit und den Beginn der dunklen Hälfte des Jahres. Für die Menschen in den damals keltisch geprägten Regionen Irlands und anderer Teile der britischen Inseln war das kein gewöhnlicher Tag im Kalender, sondern ein wichtiger Zeitpunkt im Jahreslauf.

Wenn die Ernte eingebracht und das Vieh von den Sommerweiden zurückgeholt war, wurde gefeiert. Die Menschen kamen zusammen, aßen und tranken und entzündeten große Feuer. Überlieferungen berichten außerdem von Bräuchen rund um die Anderswelt, von Weissagungen und von der Vorstellung, dass in dieser besonderen Zeit die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der Welt der übernatürlichen Wesen durchlässiger sein konnte.

Das passt erstaunlich gut zu dem Halloween, das wir heute kennen.

Nur dass wir inzwischen die Heizung aufdrehen, statt uns Gedanken darüber zu machen, wie wir durch den Winter kommen.

Samhain war also nicht einfach ein „Gruselfest“. Es war ein Fest des Übergangs: Die Ernte war vorbei, die helle Jahreshälfte ging zu Ende und die dunklere Zeit begann. Und genau diese Vorstellung von einer besonderen Schwelle zwischen den Welten wird später für die Geschichte von Halloween interessant.

 

Halloween – Kürbisse, Lichter und ein bisschen Grusel

Aus dem alten Übergang in die dunkle Jahreszeit entwickelte sich über viele Jahrhunderte das Halloween, das wir heute kennen.

Dabei blieb einiges von den älteren Vorstellungen erhalten: die dunkle Jahreszeit, die Nacht, die Anderswelt und die Idee, dass diese Zeit ein wenig anders ist als andere Nächte im Jahr.

Gleichzeitig kamen neue Bräuche hinzu, wurden verändert und wanderten schließlich mit irischen und schottischen Auswanderern nach Nordamerika.

Und dort bekam Halloween irgendwann seinen ganz eigenen Charakter.

Plötzlich ging es nicht mehr nur um die Schwelle zwischen den Jahreszeiten, sondern auch um Verkleidungen, Streiche, Süßigkeiten und natürlich um die berühmten Kürbislaternen. Wobei der Kürbis selbst an dieser Geschichte gar nicht von Anfang an beteiligt war.

Jack O’Lantern – bevor der Kürbis kam

Bevor der Kürbis zum Halloween-Star wurde, mussten in Irland und Schottland andere Gemüse herhalten.

Rüben wurden ausgehöhlt, mit Gesichtern versehen und von innen mit einer Kerze beleuchtet.

Das sah vermutlich schon ziemlich unheimlich aus – besonders in einer Zeit, in der es nachts draußen wirklich dunkel wurde und nicht an jeder Ecke eine Straßenlaterne stand.

 

Warum ausgerechnet ein Gesicht? Dahinter standen verschiedene Vorstellungen. Solche Laternen konnten als Lichtquelle dienen und waren mit den alten Bräuchen und Vorstellungen rund um die besondere Halloween-Nacht verbunden. Die geschnitzten Gesichter sollten dabei auch abschreckend wirken.

Der Name Jack O’Lantern wird außerdem mit einer alten irischen Legende verbunden: Jack, ein gewitzter Mann, soll den Teufel mehrfach ausgetrickst haben. Nach seinem Tod durfte er weder in den Himmel noch in die Hölle und musste fortan mit einer Laterne durch die Dunkelheit wandern. Die Geschichte gibt es in verschiedenen Varianten – und wie es bei alten Erzählungen so ist, weiß heute niemand mehr ganz genau, welche Version zuerst erzählt wurde.

Als irische Einwanderer ihre Halloween-Bräuche nach Nordamerika brachten, wartete dort allerdings ein Gemüse, das sich für diesen Zweck geradezu anbot: der Kürbis.

Größer, runder und deutlich leichter auszuhöhlen als eine harte Rübe. Man könnte sagen: Der Kürbis hatte einfach die besseren Bewerbungschancen.

Und so wurde aus der alten Laterne schließlich der Jack O’Lantern, wie wir ihn heute kennen.

Von der Laterne zum Halloweenabend

Mit der Zeit entwickelte sich Halloween in Nordamerika immer weiter. Aus verschiedenen älteren Bräuchen entstand ein Fest, bei dem Verkleidungen, Streiche, gemeinsames Feiern und später auch Süßigkeiten eine immer größere Rolle spielten.

 

Auch das Verkleiden hat dabei ältere Wurzeln. In Irland und Schottland gab es Bräuche, bei denen Menschen sich verkleideten oder ihr Gesicht verhüllten. Dahinter standen unter anderem die Vorstellungen von der Anderswelt und den Wesen, die in dieser besonderen Zeit unterwegs sein konnten.

Heute ist die Sache etwas einfacher: Man zieht sich an, was man schon immer einmal sein wollte oder das, was sich mit ein bisschen Fantasie noch aus dem Kleiderschrank zaubern lässt.

Und irgendwann kam auch das von Haus zu Haus ziehen dazu. In Irland und Schottland gab es verschiedene Bräuche, bei denen Menschen von Tür zu Tür gingen und für kleine Darbietungen, Sprüche oder Lieder etwas zu essen erhielten. Daraus entwickelten sich später weitere Formen des Halloween-Brauchs. In Nordamerika wurde daraus schließlich das bekannte „Trick or Treat“ – also „Süßes oder Saures“.

 

 

Bei uns in Deutschland ist dieser Brauch noch vergleichsweise jung. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde Halloween hier bekannter und immer mehr Menschen übernahmen die Idee, dass verkleidete Kinder am Abend von Tür zu Tür ziehen und nach Süßigkeiten fragen. In manchen Gegenden gehört das inzwischen ganz selbstverständlich zum Halloweenabend dazu, in anderen bekommt man davon kaum etwas mit.

Wenn du also an Halloween plötzlich Kinder vor der Tür stehen hast, die „Süßes oder Saures!“ rufen, weißt du jetzt zumindest, woher die Idee kommt. Und falls du eigentlich gar nicht damit gerechnet hast, ist es vermutlich ganz praktisch, ein paar Süßigkeiten im Schrank zu haben.

Denn mit leeren Händen sollte man die kleinen Monster schließlich nicht wieder nach Hause schicken.

Halloween hat also einen ziemlich langen Weg hinter sich: von einem alten Fest am Übergang zur dunklen Jahreszeit über irische und schottische Bräuche bis zu dem Halloween, das heute überall ein bisschen anders gefeiert wird.

Und was ist eigentlich mit den Hexen?

Natürlich dürfen bei Halloween die Hexen nicht fehlen. 🧙‍♀️

Kaum wird es Ende Oktober dunkel, tauchen sie wieder auf: auf Kürbissen, in Fenstern, auf Grußkarten und manchmal sogar vor der eigenen Haustür. Schwarzer Hut, wehendes Kleid, Besen in der Hand – fertig ist die Halloweenhexe.

So selbstverständlich war dieses Bild allerdings nicht immer. Die Vorstellung von Hexen und Zauberinnen ist in Europa viel älter als Halloween. Seit Jahrhunderten erzählen Märchen, Sagen und Geschichten von Frauen, die mit Kräutern, Zaubersprüchen und geheimnisvollen Kräften verbunden wurden. Im Laufe der Zeit entstand daraus das ganz unterschiedliche Bild der Hexe, das wir heute kennen.

Für Halloween wurde daraus schließlich eine eigene Figur. Sie gehört zur dunklen, geheimnisvollen Seite des Festes und passt damit wunderbar zu Geistern, Kürbislaternen und Geschichten aus der Nacht. Aus der gefürchteten Hexengestalt wurde dabei immer mehr eine Figur zum Verkleiden, Staunen und Gruseln.

Und so steht sie heute neben dem Kürbis ganz selbstverständlich vor der Tür. Mal schaurig, mal lustig, mal mit einer ziemlich großen Nase und meistens mit einem Besen, der aussieht, als hätte er schon deutlich bessere Tage erlebt.

Eine Halloween-Nacht ohne wenigstens eine Hexe? Kaum vorstellbar.

Das ist mein eigenes Rezept, und ich schenke es dir einfach für deinen nächsten Halloweenabend.

🍎 Halloween-Apfelpunsch

 

Für etwa 4 Tassen:

1 l naturtrüber Apfelsaft

1 Zimtstange

2 Gewürznelken

1 - 2 TL Honig (oder Zucker), nach Geschmack 

 

So geht’s:

  • Den Apfelsaft in einen Topf geben und zusammen mit der Zimtstange und den Gewürznelken langsam erhitzen, aber nicht kochen lassen.
  • Etwa 10 - 15 Minuten bei kleiner Hitze ziehen lassen.
  • Anschließend die Gewürze herausnehmen und den Punsch abschmecken.
  • Wenn er etwas süßer sein soll, kommt noch ein wenig Honig oder Zucker dazu.

Und wenn du es an Halloween etwas gemütlicher magst, probiere den Punsch einmal mit einem ordentlichen Klecks Schlagsahne. 🕯️🍎

Prost. Ich hoffe, mein Rezept schmeckt dir ☺️