Hier plaudere ich aus dem Wollkorb:

Ein Wollknäuel, eine Häkelnadel und ein ruhiger Moment an einem schönen Sonntag im Garten mit meiner Mama – und plötzlich entstand etwas mit meinen eigenen Händen. So hat es bei mir angefangen.

Lass dich inspirieren und nimm dir aus meinen Erfahrungen gern etwas für deine Kreativität mit.

Wenn Häkeln mehr ist als nur ein Hobby

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen ein Leben lang begleiten: der Geruch von Wolle und ein Gefühl, das ich nur als „Zauber“ beschreiben kann.

Für mich ist Häkeln mehr als nur ein Handwerk – es ist eine Brücke in meine Kindheit und ein Moment der Ruhe in einer viel zu lauten Welt.

Zwischen Wollkörben und Kindheitserinnerungen

Wie ich zum Häkeln kam

​Ich war mir unsicher, ob ich das überhaupt konnte. Aber sie lächelte mich nur an und sagte: ‚Weißt du was? Probier doch erst einmal das Häkeln aus, das ist für den Anfang am einfachsten.‘

​In diesem Moment öffnete sie mir eine ganze Welt. Mit ihrer unendlichen Geduld führte sie meine Hände, zeigte mir den ersten Fadenlauf, die erste Masche. Es war kein theoretischer Kurs, es war Zeit, die wir einfach zusammen verbrachten. Sie war mein geduldigster Lehrer und mein größtes Vorbild.

​Diese Nachmittage im Garten sind für mich der Ursprung von allem, was ich heute tue. Wenn ich jetzt zur Häkelnadel greife, ist es, als würde dieser Moment wieder lebendig – ein Stück von ihr ist in jedem Faden, den ich verknüpfe, immer noch bei mir.

Wollige Erinnerungen an Mama

Wenn ich an meine Mama denke, lande ich sofort wieder bei uns im Garten. Da saßen wir am Tisch, sie mit ihrem Strickzeug in den Händen – sie liebte das Stricken einfach über alles. Ich schaute ihr zu, wie die Nadeln rhythmisch klapperten, und irgendwann fragte sie mich ganz beiläufig: ‚Möchtest du das auch mal probieren?‘

Meine Mama hat mir Kleider gehäkelt und viele Pullis gestrickt, die sich anfühlten wie eine Umarmung, ein Schutz, der sich wie eine zweite Haut an mich schmiegte. In jedem dieser Maschen steckte ihre Aufmerksamkeit, ihre Welt, ihr Wunsch, mich einzuhüllen.

Dieses Handwerk ist für mich bis heute untrennbar mit ihr verbunden. Wenn ich heute häkle, ist sie in jedem Faden, den ich in der Hand halte, bei mir. Häkeln ist für mich mehr als nur ein Hobby; es ist auch mein Weg, diese Nähe zu bewahren und ein Stück von der Geborgenheit, die sie mir geschenkt hat, mit meinen eigenen Händen weiterzugeben.

Schönstes Erbe

Von meiner Oma kamen die anderen Nuancen dazu: das konzentrierte Sticken und das Nähen an der Nähmaschine.

Auch wenn ich nicht alles übernommen habe – das Nähen wurde nie mein Freund, und dem Sticken fehlte mir das Tempo – so habe ich doch das Wichtigste von beiden geerbt: den Respekt vor dem, was man mit den eigenen Händen erschaffen kann.

Als ich älter wurde nahm ich das Schneidern und Sticken wieder auf, verlor es wieder - und heute haben sich so einige Ideen in meinem Kopf angesammelt, die Häkeln und Schneidern sowie Sticken miteinander verbinden. Und ich bin dankbar, dass ich allerlei Handarbeiten erlernen durfte. Ohne diese wäre ich nicht Betty, die ihr heute kennenlernt.

Es ist, als würden die Fäden, die ich heute in der Hand halte, noch immer ein Stück von ihrer beider Wärme in sich tragen. Danke Mama und Oma.

Die Freiheit, mein eigenes Design zu finden


So richtig „angekommen“ bin ich erst in meinen Zwanzigern. Ich wollte nicht mehr nur nach Anleitung arbeiten. Ich wollte Kleidung, die nicht nur passte, sondern die meine eigene Geschichte erzählte.

Gerade weil ich nicht in die üblichen Konfektionsgrößen passe, wurde das Häkeln für mich zum Befreiungsschlag. Ich wollte Kleidung, die mich umschmeicheln und Sommer in den Maschen tragen.

Damals habe ich begonnen, meine eigene Häkelmode zu machen – vor allem für den Sommer. Leichte Tops, luftige Jäckchen, Schultertücher oder kleine besondere Details, die man nicht überall findet.

Gerade weil ich Kleidung mag, die angenehm sitzt und trotzdem etwas Besonderes hat, wollte ich Dinge schaffen, die wirklich zu mir passen. Nicht nur modisch, sondern auch bequem, tragbar und mit Persönlichkeit.

Und genau dort habe ich meine Liebe zum filigranen Häkeln entdeckt.

Feine Muster, kleine Details, Lochmuster, Bordüren – diese ruhigen, oft etwas verspielten Arbeiten haben mich immer besonders fasziniert. Ich mag es, wenn etwas leicht wirkt, ohne langweilig zu sein. Wenn ein Muster erst auf den zweiten Blick seine Wirkung zeigt.

Mit der Zeit wurde daraus mehr als nur ein Hobby.

Es wurde etwas, das einfach zu mir gehört.

Häkelpulli aus runden Häkelelemten in bordeaux

*Schnappschuss von 2023 im Schloßpark Charlottenburg (Berlin) - damals noch mit dunkel gefärbten Haaren ☺️

"Wenn man erst einmal verstanden hat, wie eine Masche zur anderen findet, gehört einem die Welt."

Zitat von Mama

Inspirationen aus vielen Welten


Was ich mache, entsteht selten am Reißbrett.

Ich lasse mich gerne inspirieren – oft sogar von ganz alltäglichen Dingen.

Manchmal ist es ein Muster auf einer alten Tapete. Manchmal ein Stoff eines Kleides, eine bestimmte Farbkombination eines Gemäldes oder eine Muster aus einem alten Buch.

Die Mischung machts 

Ich mag diese Mischung aus verschiedenen Einflüssen. Nicht streng nach Stilrichtung, sondern eher nach Gefühl. Und daraus entsteht dann nach und nach etwas Eigenes.

Oft entwickelt sich eine Idee auch erst während des Häkelns weiter. Ich probiere viel aus, ändere wieder etwas, trenne manchmal Reihen auf und beginne neu. Gerade das gehört für mich dazu.

Alles davon wandert zum Teil auch in mein Notizbuch für spätere Projekte, wird verwoben und neu zusammengesetzt. Es ist wie ein Puzzlespiel, bei dem am Ende etwas steht, das vorher nicht da war.

"Ein bisschen Folklore fließt oft mit hinein, manchmal klare Linien aus dem Art Déco, dann wieder japanisch wirkende Muster oder Ornamente, die an marokkanische Kacheln erinnern. Auch bei verschiedene Stilepochen hole ich mir meine Inspiration."

Häkeln im Alltag - ein stiller Rückzugsort


*Bild mit KI erstellt 

 

Für mich ist Häkeln kein Hobby, das man einfach wegräumt. Es gehört zum Leben dazu.

Häkeln ist für mich nicht nur Kleidung oder ein einzelnes Projekt. Es gehört einfach zum Alltag dazu. Und oft ist das Häkeln selbst fast genauso wichtig wie das fertige Stück. Dieses ruhige Arbeiten mit den Händen, Reihe für Reihe – besonders an stressigen Tagen.

Eine Einladung an dich

Lange Zeit war dieser Rückzugsort nur mein Geheimnis. Aber heute möchte ich die Tür weit öffnen. Hier teile ich meine Erfahrungen, meine Gedanken und meine Wege, um dir zu zeigen: Es muss nicht kompliziert sein. Es muss nur dein eigenes Stück Kreativität sein.

Ich möchte dich einladen, ebenfalls den Faden aufzunehmen. Vielleicht suchst du nach einem Einstieg, vielleicht nach einer Idee für dein nächstes Projekt. Ich freue mich, wenn du ein Stück Weg mit mir gehst – Masche für Masche."

Wer steckt eigentlich hinter Bettys kreative Welt?

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